Mittwoch, 16 Oktober 2019
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bsa

 

bsa big                                                                         

           BSA A7    

            500 ccm 4 Takt parallel Twin

         4 Gang Fussschaltung

         ca. 28 PS

         Seitenwagen Eigenbau Holz / Alu                                                                       

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Im Sommer 2004 konnte ich eine BSA A7 mit Seitenwagen erwerben. Mit dieser Maschine begann meine Leidenschaft für das Seitenwagenfahren. Beim Kauf musste ich allerdings feststellen, dass die Maschine solo eingelöst war und der Seitenwagen im Keller eingelagert wurde. Die BSA war sonst in einem guten Zustand und somit kam der Kauf zu Stande. Da das Motorrad noch eingelöst war, konnte ich damit einige Kilometer solo fahren.

Nach kurzer Zeit habe ich dann allerdings das Beiboot montiert und begonnen das Gespannfahren zu erlernen. Die Lernfahrerei beanspruchte das Material aus dem Jahre 1948 allerdings sehr und so verabschiedete sich die Kupplung ausgerechnet an dem Tag als ich das Gespann vorführen sollte. Ich musste also den Termin absagen und die Kupplung zerlegen. Beim Auseinandernehmen zeigte sich der Grund für den Ausfall. Die im ölgefüllten Primärkasten sitzende Kupplung läuft in einem zusätzlichen Gehäuse trocken. Dies führt dazu dass sie schneller überhitzen kann. Genau das war bei mir durch die vielen Anfahrübungen der Fall. Es blieb mir nichts anderes übrig als die Stahl und Reibscheiben zu ersetzen. Danach konnte die Maschine problemlos als Gespann vorgeführt und eingelöst werden.

Im August 2005 wurde die Zentralschweiz von einem Hochwasser heimgesucht. Leider wurde meine Garage nicht von diesem Ereignis verschont und die BSA sowie eine weitere Maschine sind in der braunen Brühe untergegangen. Nachdem das Motorrad gut 20 Stunden bis zum Vergaser im Wasser stand, musste zuerst die Garage ausgeräumt und gesäubert werden. Danach konnte die Maschine abgespritzt werden, der Motor geöffnet, das Öl abgelassen und alles mit Diesel ausgewaschen werden. Danach galt es den Motor warm laufen zu lassen, damit allfälliges Restwasser verdampfen konnte. Zum Glück hat die Maschine keinen grossen Schaden genommen.  "Engländer sind sich ja Wasser gewohnt"

Da englische Motorräder ja bekanntlich immer etwas "Öl inkontinent" sind, musste in dem Bereich auch noch etwas gemacht werden. In meinem Fall waren dies Zylinderkopfdichtung sowie die Abdichtungen des Stösselstangentunnels. Nach dem dies erledigt war kam es beim Probelauf zur nächsten Katastrophe. Da ich den Zündzeitpunkt anhand einer deutschen Übersetzung des original Handbuches eingestellt hatte, und der Übersetzer aus rechts links gemacht hatte, kam es zu einer Zündung in den Ansaugtakt. Dies führte zu einer Stichflamme aus dem Vergaser und einem anschliessenden Brand, welcher nur noch mit einem Handfeuerlöscher gelöscht werden konnte. Beim Brand wurde leider der original Sattel zerstört. Nach dem Teile wie Benzinleitungen, Bowdenzüge und Zündkabel ersetzt wurden, war die Maschine wieder komplett. Der Lack hat dabei glücklicherweise keinen Schaden genommen. Das Gespann ist somit bis auf den Sattel wieder im originalen Zustand und bereitet viel Freude beim Fahren.

 2009 haben meine Frau und ich damit am Bergrennen Küsnacht-Seebodenalp teilgenommen und den 2. Rang belegt...